Südtirol ist ein kleines Land mitten in den Alpen. Historischer Treffpunkt zweier Kulturen, die sich wesentlich voneinander unterscheiden; die Mitteleuropäische und die Mediterrane. Ein Land mit geradezu vorprogrammierten Gelegenheiten zur Reibung, aber auch ein Land, das vielfältige Chancen der Begegnung und des Austausches bietet. Ein Land, wo überstrapazierte Begriffe wie „Toleranz“ und „Zusammenleben“ täglich gelebt und erlebt werden, und wo jeder frei entscheiden kann, wieviel er davon in seiner Realität umsetzen will. Sprache und Sprachgebrauch spielen bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle.
Die Zweisprachigkeit und ihre Auswirkungen auf das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben in Südtirol sind der Gegenstand dieser 45-minütigen Dokumentation. Anhand von mehreren übereinandergelegten Interviews mit Vertretern aus Schule, Kunst, Gewerkschaften und Wirtschaft werden die verschiedenen Aspekte der Zweisprachigkeit hervorgehoben. Die Dokumentation durchleuchtet die komplexe Frage der Zweisprachigkeit zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit, politischer Ideologie und kultureller Offenheit. Das Wesen von Identität zwischen Geschichte und Sprache, Dialekt und Hochsprache wird dabei ebenso behandelt wie die Trennung der Sprachgruppen und die Entwicklung von “Parallelgesellschaften”. Für die Zukunft wünscht sich der Film, daß das Erlernen der Zweitsprache immer weniger im utilitaristischen Sinne und immer mehr als ein Eintauchen in die jeweils andere Kultur verstanden wird. (Hannes Pichler)
Kamera: Paolo Gelmo
Schnitt: Christian S. Esposito
Zeichnungen: Monika Grasso
Sprecherin: Giorgia Cavini
Produktion: Prisma s.c.r.l.
Im Auftrag: RAI Sender Bozen
Statements: Beatrix Aigner, Siegfried Baur, Walter Cristofoletti, Giorgio Delle Donne & Christa Scherer, Sandra Divina, Gabriel Felder, Luca Fregona, Rita Gelmi, Irma von Guggenberg, Elisabeth Höglinger, Franz Landthaler, Aldo Mazza, Oskar Putzer, Barbara Rottensteiner, Ulrich Strack.
